• Ein Mann greift in eine artenreiche Wiese mit böhmischem Kranzenzian im Naturpark Nordwald
    ©Naturparke Niederösterreich/weinfranz

Arten & Lebensräume

Durch kühle Wälder zu bunten Wiesen

Wo Vielfalt Landschaft wird

Unterschiedliche Standortbedingungen und eine abwechslungsreiche Landschaft prägen den Nordwald. So entstehen Lebensräume für eine bemerkenswerte Tier- und Pflanzenwelt.

Der Naturpark Nordwald liegt im nördlichen Waldviertel, nahe der Grenze zu Tschechien. Sein Gebiet ist zweigeteilt und vereint mehrere Landschaftsräume. Offene Wiesen wechseln mit ausgedehnten Wäldern, markante Granitformationen treten zwischen Kuppen und Senken hervor, Moore und Teiche setzen besondere Akzente. So entsteht ein vielgestaltiges Landschaftsmosaik. Die Übergänge machen den besonderen Reiz dieser Landschaft aus. Zwischen trocken und feucht, offen und bewaldet, genutzt und naturnah finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensbedingungen. Viele von ihnen sind auf nährstoffarme Standorte, extensive Bewirtschaftung oder Feuchtlebensräume angewiesen.

Das Gebiet des Naturparks ist zugleich deckungsgleich mit dem Landschaftsschutzgebiet Großpertholz. Die Deckungsgleichheit unterstreicht die besondere Eigenart dieser Kulturlandschaft mit ihren über lange Zeit entstandenen Strukturen und ihrem Zusammenspiel von Natur und Nutzung. Drei Lebensraumtypen treten dabei hervor: die artenreichen Wiesen, die Wälder mit ihren Granitformationen sowie die Moore, Feuchtflächen und Teiche rund um Karlstift. Jeder dieser Bereiche weist eigene ökologische Voraussetzungen auf und bietet spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wichtigen Lebensraum.

Artenreiche Blühwiese im Naturpark Nordwald
©Axel Schmidt

Bunte Wiesen

Extensiv genutzte Wiesen und Offenlandflächen gehören zu den typischen Lebensräumen des Naturparks. Auf nährstoffarmen und bodensauren Standorten können sich Pflanzen behaupten, die auf intensiv genutzten Flächen zunehmend verschwinden. Wo wenig gedüngt und zum passenden Zeitpunkt gemäht wird, entwickelt sich im Sommer eine artenreiche Pflanzenwelt. Zu ihren charakteristischen Arten gehören die Arnika (Arnica montana) und der Böhmische Kranzenzian (Gentianella bohemica). Beide verdeutlichen, wie eng biologische Vielfalt mit einer über Generationen angepassten Bewirtschaftung verbunden ist. Zu starke Düngung, eine zu frühe Mahd oder die Aufgabe der Nutzung können solche Wiesen grundlegend verändern.

Waldweg zwischen Granitblöcken im Naturpark Nordwald
©Waldviertel Tourismus/Robert Herbst

Kühle Wälder, Granit und stille Übergänge

Wälder prägen weite Teile des Naturparks. Dazwischen treten immer wieder Granitblöcke, Kuppen und Restlinge hervor – typische Formen des Waldviertels, die der Landschaft ihr unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Besonders wertvoll sind die Übergänge zwischen Wald und Offenland: Waldränder, Lichtungen, felsige Bereiche und andere strukturreiche Zwischenräume verbinden unterschiedliche Lebensräume miteinander. Wo sich dichter Wald öffnet und Licht auf Wiesen, Säume oder Felsbereiche fällt, entstehen auf engem Raum vielfältige ökologische Bedingungen. Solche strukturreichen Lebensräume sind unter anderem für die Europäische Wildkatze (Felis silvestris), den Schwarzspecht (Dryocopus martius) mit seinen typischen Höhlenbäumen, den Raufußkauz (Aegolius funereus) und verschiedene Fledermäuse (Chiroptera) von Bedeutung. Totholz, ältere Bäume, Baumhöhlen und naturnahe Waldränder bieten zusätzliche Nist-, Rückzugs- und Nahrungsräume. Die Granitformationen setzen markante Akzente, bieten zusätzliche Kleinlebensräume und gliedern den Naturraum.

Verlandungsbereich am Stierhüblteich mit Übergängen zwischen Wasser und Moorvegetation
©Verein Naturpark Nordwald

Wo Wasser die Landschaft prägt

Rund um Karlstift bestimmen Moore, Feuchtflächen und Teiche das Landschaftsbild. Niedermoorbereiche, Übergangsmoore und der Stierhüblteich bilden ein eigenständiges Gefüge von Feuchtlebensräumen, das sich deutlich von den trockeneren Wiesen- und Waldbereichen unterscheidet. Diese Feuchtlebensräume halten Wasser im Gebiet zurück und schaffen die Voraussetzungen für hoch spezialisierte Arten. Dazu gehören etwa die Zwergbirke (Betula nana) und der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Solche Pflanzen machen die Besonderheit der Karlstifter Moorlandschaft sichtbar.

Glockenblumen auf einer artenreichen Wiese im Naturpark Nordwald
©Verein Naturpark Nordwald

Die Vielfalt des Nordwalds liegt nicht in einem einzigen Lebensraum. Sie entsteht dort, wo Wiesen, Wälder, Moore und Teiche ineinandergreifen und gemeinsam eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft formen.

Besondere Lebensräume und Arten des Nordwalds

Drei Beispiele stehen für das, was den Nordwald ausmacht: das enge Zusammenspiel von Landschaft, traditioneller Nutzung und Artenschutz – von den Mooren rund um Karlstift bis zu den artenreichen Wiesen mit Arnika und Böhmischem Kranzenzian.

Wald-Läusekraut im Naturpark Nordwald
©Axel Schmidt

Der Naturpark Nordwald verbindet Artenreichtum, Kulturlandschaft und Naturerlebnis – ganz nach dem Motto der Niederösterreichischen Naturparke: Landschaften voller Leben.

Landschaften voller Leben