• Aussichtsturm am Schwarzenberg über den Baumwipfeln mit weitem Blick auf die bewaldete Hügellandschaft des Naturparks Nordwald
    ©Naturparke Niederösterreich/weinfranz

Fakten zum Naturpark Nordwald

Zwischen Wald, Granit, Wiesen und Mooren

Der Naturpark Nordwald liegt in der Kur- und Naturparkgemeinde Bad Großpertholz im nördlichen Waldviertel, nahe der Grenze zu Oberösterreich und Tschechien. Naturpark und Kurwesen prägen den Fremdenverkehr der Gemeinde wesentlich. Auf rund 530 Hektar prägen Wälder, Granitformationen, artenreiche Wiesen sowie Moor- und Teichlandschaften die beiden räumlich getrennten Naturparkteile.

Naturpark in Zahlen

  • 0
    Naturparkfläche in Hektar
  • 0
    räumlich getrennte Naturparkteile
  • 0
    Kur- und Naturparkgemeinde

Zwei Teile – ein Naturpark

Der größere Naturparkteil umfasst Flächen in den Katastralgemeinden Großpertholz und Reichenau, der kleinere liegt in der Katastralgemeinde Karlstift. Im größeren Teil bildet die Ortschaft Scheiben mit dem dort gelegenen Naturparkzentrum den zentralen Anlaufpunkt für Besucher. Gemeinsam zeigen beide Teilräume unterschiedliche, einander ergänzende Landschaftsseiten des Nordwalds.

Streuobstwiese mit Granitsteinen im Naturpark Nordwald
©Verein Naturpark Nordwald

Wälder, Granit und artenreiche Wiesen

Der größere Naturparkteil zeigt sich besonders im Bereich Scheiben mit charakteristischen Föhrenbeständen, markanten Granitrestlingen und einer kleinteiligen Kulturlandschaft. Zwischen den Wäldern öffnen sich artenreiche Wiesen und Offenlandflächen, die durch ihre Nutzung über Generationen geprägt wurden und heute wertvolle Lebensräume bilden. Hier konzentriert sich auch ein wesentlicher Teil der klassischen Naturpark-Infrastruktur. Dazu gehören das Informationsblockhaus als Naturparkzentrum, der 21 Meter hohe Aussichtsturm am Schwarzenberg auf 960 Metern Seehöhe, das Tiergehege und der Zauberwald. Zugleich ist der Bereich Scheiben Ausgangspunkt für zahlreiche Wander- und Themenwege, über die sich die Landschaft und die Besonderheiten des Naturparks erschließen lassen.

artenreiche Arnika-Wiesen erkunden
Zwei Personen auf einer Bank am Stierhüblteich bei Karlstift im Naturpark Nordwald
©Waldviertel Tourismus/Robert Herbst

Moore, Wasser und die Geschichte der Holztrift

Der zweite Naturparkteil liegt bei Karlstift. Sein zentraler Landschafts- und Erholungsbereich ist der Stierhüblteich, der zugleich einen wichtigen Ausgangspunkt für die Erkundung der benachbarten Karlstifter Moorlandschaft bildet. Der ehemalige Schwemmteich war einst Teil des historischen Systems der Holztrift und macht damit die enge Verbindung von Naturraum und Nutzungsgeschichte bis heute sichtbar. Auch hier gehören mehrere Einrichtungen zum charakteristischen Naturparkbild. Am Stierhüblteich befinden sich das Teichbuffet sowie das Holzhacker- und Holztriftmuseum. Von dort führen Wege weiter in Richtung Große Haide, wo ein weiterer Aussichtsturm den Moor- und Landschaftsraum erschließt. Damit verbindet der Karlstifter Naturparkteil Moor- und Teichlandschaft, Naturerlebnis, Erholung und Kulturgeschichte auf engem Raum. So ergänzen sich zwei unterschiedlich geprägte Landschaftsräume zu einem Naturpark, dessen Charakter ebenso von Wald, Offenland, Granit, Mooren und Wasser wie von seiner über Jahrzehnte gewachsenen Naturpark-Infrastruktur geprägt wird.

Moor- und Teichlandschaft erkunden

Was den Naturpark Nordwald ausmacht

Ein Naturpark verbindet den Schutz einer gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft mit ihrer nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung durch den Menschen. Im Naturpark Nordwald zeigt sich dieses Zusammenspiel besonders deutlich: Viele Wiesen, Offenlandflächen, Wälder und Feuchtlebensräume wurden über Generationen durch Nutzung und Pflege mitgeprägt. Schutz bedeutet hier daher nicht, die Landschaft sich selbst zu überlassen, sondern ihre charakteristischen Lebensräume, Strukturen und Nutzungsformen zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln. Dabei orientiert sich der Naturpark Nordwald an den vier Aufgabenbereichen des Verbandes der Naturparke Niederösterreich:

  • Schutz: Natur- und Kulturlandschaften bewahren, Lebensräume sichern und die Artenvielfalt stärken.
  • Erholung: Natur bewusst erleben und landschaftsangepasste Angebote für Bewegung, Ruhe und Erholung schaffen.
  • Bildung: Natur und Landschaft begreifbar machen, Wissen vermitteln und Zusammenhänge verständlich zeigen.
  • Regionalentwicklung: Regionale Zusammenarbeit stärken, Lebensqualität sichern und nachhaltige Impulse setzen.

Diese vier Säulen sind auch im Naturpark-Konzept Nordwald verankert. Gemeinsam geben sie den Rahmen dafür vor, die besondere Landschaft des Nordwalds mit ihren Lebensräumen und ihrer gewachsenen Nutzungsgeschichte zu erhalten, erlebbar zu machen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Granitformation Bärenkopf im Naturpark Nordwald
©Rainhard Nieder

Eine Landschaft unter besonderem Schutz

Die beiden Teile des Naturparks Nordwald sind deckungsgleich mit dem Landschaftsschutzgebiet Großpertholz1, was den besonderen Erhaltungswert, die landschaftliche Eigenart und den hohen Erholungswert dieses Gebietes unterstreicht. Geschützt wird dabei eine über Generationen geprägte Landschaft, in der Natur, Nutzung und Bewirtschaftung eng miteinander verbunden sind. Schutz und menschliche Nutzung müssen im Naturpark Nordwald daher nicht grundsätzlich in Konkurrenz zueinander stehen. Während das gesamte Gebiet des Naturparks Nordwald zugleich im Natura-2000-Vogelschutzgebiet „Waldviertel“2 liegt, kommen im Raum Karlstift weitere Schutzebenen hinzu.

So sind die Karlstifter Moore als Naturschutzgebiet „Karlstifter Moore“ ausgewiesen und zugleich als Biogenetisches Reservat anerkannt. Teile dieses Landschaftsraums gehören außerdem zum FFH-Gebiet „Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“3 und damit ebenfalls zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Auch international besitzen die Karlstifter Moore besondere Bedeutung: Sie sind Teil des Ramsar-Gebietes „Waldviertler Teich-, Moor- und Flusslandschaft“4 und damit Bestandteil eines Feuchtgebietes von internationaler Bedeutung. Die unterschiedlichen Schutz- und Anerkennungskategorien unterstreichen den besonderen Wert der Natur- und Kulturlandschaft im Raum Bad Großpertholz. Der Naturpark Nordwald und die benachbarten Moor- und Feuchtlebensräume bei Karlstift bilden dabei einen landschaftlich zusammenhängenden, rechtlich jedoch unterschiedlich geschützten Naturraum.

Arten & Lebensräume erkunden

Gemeinsam getragen

Träger des Naturparks ist der namensgleiche gemeinnützige Verein Naturpark Nordwald. Seit seiner Gründung im Jahr 1971 setzt sich dieser für den Erhalt, die Betreuung und die Weiterentwicklung des Naturparks ein. Eine wichtige Grundlage dafür ist das ehrenamtliche Engagement. Mitglieder und Freiwillige bringen Zeit, Wissen und Erfahrung ein und gestalten die Entwicklung des Naturparks aktiv mit.

Seit jeher spielt auch die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Bad Großpertholz eine wichtige Rolle. Die NÖ Berg- und Naturwacht Ortsgruppe Bad Großpertholz ist dem Naturpark bereits seit seiner Aufbauphase eng verbunden. Heute wird dieses gewachsene Netzwerk durch weitere regionale Partner ergänzt, darunter der Kulturlandschaftsverein Lainsitztal (KLV), die Klima- und Energie-Modellregion Lainsitztal (KEM) und die Klimawandel-Anpassungsmodellregion Lainsitztal (KLAR!). Gemeinsame Themen reichen von Landschaftspflege und Naturvermittlung bis zu Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Regionalentwicklung.

Darüber hinaus arbeitet der Naturpark mit fachlichen Einrichtungen, niederösterreichischen Initiativen und anderen Naturparken zusammen. Dazu zählen unter anderem die Bewegung „Natur im Garten“ (NiG), die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) mit ihrem Schutzgebietsnetzwerk Niederösterreich sowie der Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) – im Rahmen des NÖ Heckentages ist der Naturpark Nordwald offizieller Abholstandort. Als Mitglied der Naturparke Niederösterreich und des Verbandes der Naturparke Österreichs (VNÖ) ist der Naturpark Nordwald zudem auf Landes- und Bundesebene vernetzt.

So ist der Naturpark Nordwald lokal getragen, regional verankert und überregional gut vernetzt. Ehrenamt, Gemeinde und vielfältige Kooperationen schaffen eine tragfähige Grundlage, um den Nordwald zu erhalten und behutsam weiterzuentwickeln.

Hermann Hahn jun., Obmann des Vereins Naturpark Nordwald
©Verein Naturpark Nordwald

Wald, Granit, Wiesen, Moore und Wasser geben dem Naturpark Nordwald sein unverwechselbares Gesicht. Gemeinsam erzählen sie von einer Landschaft, die über Generationen gewachsen ist und bis heute den besonderen Charakter unseres Naturparks ausmacht.

Hermann Hahn jun. – Obmann des Vereins Naturpark Nordwald

Gut zu wissen

Rechtsgrundlagen und Schutzgebietsausweisungen


  1. Naturpark Nordwald und Landschaftsschutzgebiet Großpertholz: §§ 8 und 13 NÖ Naturschutzgesetz 2000 (NÖ NSchG 2000); § 2 Abs. 25 der Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete sowie § 2 Abs. 19 der Verordnung über die Naturparks. 
    NÖ Naturschutzgesetz 2000 – RIS | Landschaftsschutzgebietsverordnung – RIS | Naturparkverordnung – RIS |   zurück zum Text ↩
  2. Natura-2000-Vogelschutzgebiet „Waldviertel“: § 12 der Verordnung über die Europaschutzgebiete einschließlich der zugehörigen Gebietsanlagen. 
    Europaschutzgebietsverordnung – RIS |   zurück zum Text ↩
  3. Naturschutzgebiet „Karlstifter Moore“ und FFH-Gebiet: § 2 Abs. 33 der Verordnung über die Naturschutzgebiete sowie § 21 der Verordnung über die Europaschutzgebiete (FFH-Gebiet „Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“). 
    Naturschutzgebietsverordnung – RIS | FFH-Gebiet – RIS |   zurück zum Text ↩
  4. Internationale Anerkennungen der Karlstifter Moore: Ramsar-Gebiet „Waldviertler Teich-, Moor- und Flusslandschaft“ sowie Biogenetisches Reservat „Karlstifter Moore“. 
    Ramsar-Gebiet – Bundesministerium | Biogenetische Reservate – UBA |   zurück zum Text ↩